Tee-Legenden

Es gibt unzählige Legenden zur Entdeckung des Tees. Hier haben wir die schönsten Geschichten zusammengetragen. Ein kleiner Auszug aus der Geschichte des Tees beschreibt im Anschluss, wie der Tee nach Europa kam.

Die chinesische Legende

Am schönsten ist die Geschichte vom chinesischen Kaiser Shen Nung. Er war der letzte von drei Kaisern, die auch „die Erhabenen“ genannt wurden und galt damals als Gottheit. Er hatte einen menschlichen Körper, aber den Kopf eines Ochsen. Ihm wird nachgesagt, dass er bestrebt war, das Los der Menschen zu verbessern, und so erfand er den Ackerbau mit den ertragreichsten Getreidearten wie Weizen, Reis, Hirse und Soja. Darüber hinaus erfand er die Heilkunst und die Medizin und befahl seinen Untertanen, das Wasser vor dem Trinken aus gesundheitlichen Gründen abzukochen. So trug es sich zu, dass Shen Nung eines Tages unter einem Strauch saß und Wasser abkochte. Ein leichter Wind kam auf und wehte einige Blätter des Strauches in den Wassertopf des Erhabenen. Als Shen Nung das Wasser probierte war er begeistert über den Geschmack. Und da die Kaiser damals als Trendsetter galten, war der Tee bald das neue Nationalgetränk der Chinesen.

Die indische Legende

Ein andere Geschichte erzählt man sich in Indien. Der Fakir Dharma legte ca. 500 nach Christi ein Gelübde ab, sieben Jahre lang nicht zu schlafen. Nach fünf Jahren jedoch konnte er den Schlaf kaum noch bekämpfen. Voller Verzweiflung griff er in die Äste des Baumes unter dem er meditierte. Dabei riss er ein paar Blätter ab und begann sie zu kauen, um sich so wachzuhalten. Dharma spürte plötzlich die belebende Wirkung der Blätter – er saß zufällig unter einem Teebaum – und konnte sein Gelübde vollenden.

Die japanische Legende

Die japanische Legende ist etwas blutrünstig. Der Büßer Bodhidarma wollte sieben Jahre lang meditieren ohne zu schlafen. Eines Nachts jedoch fielen ihm die Augen zu. Als er am nächsten morgen erwachte, war er so wütend, dass er sich die Augenlider abschnitt und auf den Boden warf. Die Augenlider schlugen Wurzeln sobald sie den Boden berührt hatten und begannen zu einem großen Busch zu wachsen. Bodhidarma sah dieses Wunder und bereitete sich aus den Blättern des Busches einen Trank. Schnell verbreitete sich die Kunde über das Wunder und die belebende und anregende Wirkung des Trankes, der fortan als göttlich galt. Bei den japanischen Schriftzeichen ist das Zeichen für Tee und Augenlid das gleiche.

So kam der Tee nach Europa

Bereits vor 400 Jahren kam der erste Tee nach Europa. Die in Holland gegründete Ostindische Kompanie durfte nach Erlaubnis des chinesischen Kaisers Scheng-Tsu den Tee kommerziell erwerben und exportieren. Von Amsterdam aus wurde der Tee dann nach Frankreich, Deutschland und England verbreitet.